Was ist ein Hallux rigidus und wie entsteht er?

  • Hallux rigidus = "Großzehensteife"; Abnutzungserscheinung (Arthrose) des Großzehengrundgelenkes und Verklebung der Gelenkkapsel führen zu einer Einsteifung der Großzehe
  • Besonders das Abrollen ist schmerzhaft eingeschränkt.

Ursachen

  • Wiederholte kleine Unfälle (Traumen), Veränderung der Durchblutung, Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen (Gicht), Übergewicht, vorangegangene Vorfußoperationen
  • In den meisten Fällen ist das Großzehengelenk so verschlissen, dass es nicht erhalten werden kann.

 

 

Operation und Nachbehandlung

Was geschieht bei der Operation?

  • Das Ausmaß des Verschleißes zeigt sich an der Bewegungseinschränkung, besser noch im Röntgenbild.
  • Bei einer geringeren Arthrose ist meist ein Erhalt des Gelenkes möglich (Operation nach Kessel-Bonney). Allerdings kann der Abnutzungsprozess weiter fortschreiten.
  • Alternativ wird bei älteren Patienten ein Anteil des Gelenkes entfernt und durch einen Teil eingeschlagene Kapsel ersetzt. Das hält die Großzehe beweglich, die Stabilität ist aber deutlich vermindert (Operation nach Keller-Brandes).
  • Ist der Verschleiß schon fortgeschrittener, muss das Gelenk versteift werden (Arthrodese). Dies führt zu einer Schmerzarmut bis Schmerzfreiheit, die Mobilität ist nur geringgradig eingeschränkt
  • Ein künstliches Gelenk wird nur im Ausnahmefall, nach speziellen Gesichtspunkten empfohlen.

 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

  • Auch bei Operationen der Großzehenarthrose ist das "Problem" der Nachbehandlung die Fußschwellung. Daher gilt wieder: Füße hochlagern und wenig laufen!
  • In der Nachbehandlung beim Hallux rigidus muss man zwischen dem Gelenkerhalt und der Versteifung strikt unterscheiden.

 

Gelenkerhalt

  • Beim Gelenkerhalt ist die Bewegung der Großzehe das Allerwichtigste. Vom ersten Tag an muß die Zehe mehrmals täglich auf und ab beübt werden.
    Physiotherapie!
  • Zwischen der Bewegung muss die Großzehe nach oben gezügelt werden.

 

Großzehenversteifung

  • Nach einer Versteifung der Großzehe mittels Schrauben wird noch im Operationssaal eine Unterschenkelgipsschiene zur Sicherung des OP-Ergebnisses angelegt.
  • Nach einer weitgehenden Abschwellung des Fußes, bzw. nach Entfernung des Nahtmaterials, kann die Gipsschiene auf einen vollständigen Unterschenkelgehgips gewechselt werden.
  • Der Gips muss 8 - 10 Wochen getragen werden, danach erfolgt eine Röntgenkontrolle.
  • Im Anschluss können Sie wieder normales Schuhwerk tragen. Eventuell ist dabei eine kleine Abrollhilfe an der Schuhsohle notwendig.
  • Um eine Venenthrombose zu verhindern, erhalten Sie für einige Tage Spritzen in die Bauchhaut. Bei einer Gipsbehandlung ist die Thromboseprophylaxe für den gesamten Zeitraum notwendig.
  • Falls zur Behandlung eine Platte benutzt wird, ist keine Gipsnachbehandlung notwendig und eine teilweise Belastung bis zur 6.-8. Woche möglich.