Ullrich-Turner-Zentrum (UTS)

Erfahren Sie hier alle relevanten Informationen über die genetische Erkrankung Ullrich-Turner-Sydrom sowie das Ullrich-Turner-Zentrum Berlin-Buch. 

Fragen und Antworten rund um das Turner-Syndrom

Das Turner-Syndrom (auch Ullrich-Turner-Syndrom) ist eine genetische Erkrankung, die ausschließlich Mädchen bzw. Frauen betrifft. Etwa 1 von 3.000 neugeborenen Mädchen hat so eine Erbgut-Besonderheit, die zu diesem Syndrom führt.

Ein gesunder Mensch hat 46 Chromosomen in 23 Chromosomenpaaren. Eines der Chromosomenpaare entscheidet, ob es sich um einen Jungen oder um ein Mädchen handelt: Beim männlichen Chromosomensatz liegen ein X- und ein Y-Chromosom vor, Mädchen haben zwei X-Chromosomen. Beim Turner-Syndrom existiert nur ein funktionsfähiges X-Chromosom, das zweite X-Chromosom ist verändert oder fehlt ganz.

Das Krankheitsbild ist variabel. Es treten meist Wachstums-Störungen auf und die Pubertät bleibt aus. Im Erwachsenenalter besteht ein erhöhtes Risiko für weitere Erkrankungen wie z.B. Typ2-Diabetes und spezifische Gesundheitsprobleme im HNO-Bereich oder auch am Herzen. Das Turner-Zentrum Berlin-Buch zeigt, wie wichtig fachübergreifende Zusammenarbeit insbesondere bei der Behandlung seltener Erkrankungen ist, die Betroffene ein Leben lang begleiten.

Das Qualitätssiegel eines Zentrums garantiert Patientinnen mit seltener Erkrankung eine fachübergreifende Behandlung auf höchstem medizinischen Niveau – ein Leben lang. Die Zusammenarbeit mit Turner-Selbsthilfegruppen hilft Betroffenen, den Alltag zu bewältigen und Erfahrungen auszutauschen. 

Die Zertifizierung als Turner-Zentrum bestätigt unsere besondere Expertise, um die seltene Erkrankung „Turner-Syndrom“ zu erkennen und Betroffene von klein auf und mit fließendem Übergang auch im Erwachsenenalter optimal zu behandeln. Zentren begleiten Patientinnen ein Leben lang und behandeln Betroffene zu jeder Zeit nach aktuellsten Leitlinien. In Klinik und Poliklinik sind die Endokrinologie und weitere Fachdisziplinen wie Kardiologie, HNO-Heilkunde usw. unter einem Dach.

Das ist unsere gemeinsame Sprechstunde für knapp 18-jährige Patientinnen vom bisherigen Kinderendokrinologen und dem zukünftigen Endokrinologen für Erwachsene, um die spezialisierte Behandlung nahtlos weiterzuführen. Dies verhindert, dass Jugendliche mit seltenen endokrinologischen Erkrankungen mit 18 Jahren in ein „Loch“ fallen, weil sie keinen Ansprechpartner mehr haben. Selbstverständlich können sich aber auch erwachsene Turner-Patientinnen außerhalb der Transitionssprechstunde an unser Turner-Zentrum Berlin-Buch wenden.

Die Turner-Syndrom-Symptome wurden im Jahr 1929 vom deutschen Kinderarzt Dr. Otto Ullrich und 1938 vom amerikanischen Arzt Dr. Henry Turner erstmals beschrieben.