Mental gesund bleiben: Die Aufgaben und Möglichkeiten der Arbeitspsychologie

Wie geht es Ihnen eigentlich? – eine Frage, die Arbeitnehmer:innen wohl nur in den seltensten Fällen an ihrem Arbeitsplatz gestellt bekommen. Schließlich geht es im Arbeitskontext oftmals um Leistung, Belastbarkeit und Einsatzbereitschaft. Doch Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sind eng miteinander verknüpft. Heute weiß man, dass zufriedene Mitarbeiter:innen auch leistungsfähiger sind. Die Frage nach der psychischen Belastung liegt folglich auf der Hand – und gehört für die Arbeitsmediziner:innen mittlerweile zum festen Bestandteil ihres Auftrags.

Die psychische Gesundheit im Arbeitskontext: ein Überblick

Im Gegensatz zu physischen Erkrankungen des Muskel-Skelett- oder Atmungssystems werden psychische Krankheiten in unserer Gesellschaft noch immer viel zu häufig als Tabuthema abgetan. Dabei hat in den vergangenen zehn Jahren der Anteil an Fehlzeiten, die mit psychischen Erkrankungen verbunden sind, stark zugenommen. Genauer gesagt hat sich die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Leiden zwischen 2008 und 2018 mehr als verdoppelt. Eine Entwicklung, die Gesellschaft, Wissenschaft und Politik gleichermaßen beschäftigt. Welchen Einfluss die Arbeit auf unsere mentale Gesundheit ausübt, untersucht aus diesem Grund auch der BKK Gesundheitsreport 2019. Die Erkenntnis: Arbeit ist ein wesentlicher Faktor, der unsere Gesundheit beeinflusst. Unter gewissen Bedingungen kann Arbeit deshalb auch krank machen. Zeitdruck, Störungen und Unterbrechungen, widersprüchliche Anforderungen oder Konflikte machen vielen Menschen zunehmend zu schaffen. Hinzu kommen moderne Phänomene wie die Globalisierung, die Digitalisierung und der demografische Wandel, die gleichzeitig auch den Wandel unserer Arbeitswelt prägen.

„Psychische Erkrankungen werden heute immer besser und früher erkannt. Dies ist ein Indikator dafür, dass das Thema in unserer Gesellschaft immer relevanter wird.“

Paul Weber, Arbeitspsychologe der Helios Arbeitsmedizin in Leipzig

Besonders Arbeitsnehmer:innen, die beruflich hauptsächlich mit und am Menschen arbeiten, weisen laut des BKK Gesundheitsreports 2019 eine Vielzahl an Fehltagen auf, die durch psychische Störungen verursacht wurden. Häufig betroffen sind in diesem Kontext vor allem die Dienstleistungs- und Gesundheitsbranche sowie soziale Berufe. „Umso wichtiger ist es, dass nicht nur Arbeitgeber:innen sondern auch Arbeitnehmer:innen regelmäßig über die von Arbeitsmediziner:innen angebotene psychologische Beratung am Arbeitsplatz informiert werden“, betont Paul Weber.

Vorsorge am Arbeitsplatz: Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen und handeln

Mit durchschnittlich 37 Krankheitstagen pro Fall weisen Menschen mit psychischen Krankheiten laut des BKK Gesundheitsreports 2019 die längsten Fehlzeiten aller Krankheitsarten auf. Tendenz steigend. Nicht zuletzt hat auch der Gesetzgeber die gesellschaftliche Relevanz erkannt und verpflichtet Arbeitgeber:innen seit 2013 dazu, psychische Belastung im Arbeitsschutz explizit zu berücksichtigen.

Ein Ansatz, den der Arbeitspsychologe Paul Weber und seine Kolleg:innen von der Helios Arbeitsmedizin in Leipzig ganzheitlich verstehen und deshalb psychologische mit arbeitsmedizinischer Expertise verbinden. „Wir Arbeitspsycholog:innen unterstützen Arbeitger:innen dabei, psychischen Belastungen im Betrieb auf den Grund zu gehen“, erklärt er, „gemeinsam wollen wir gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen erarbeiten.“ Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung wird das Arbeitsumfeld mit Blick auf psychische Auswirkungen bewertet. Die Ergebnisse bieten den Unternehmen die Möglichkeit, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Individuelle Präventionsangebote für Mitarbeiter:innen

Neben arbeitsmedizinischen Vorsorgen und Beratungen am Arbeitsplatz bieten die Leipziger Arbeitspsycholog:innen auch psychologische Sprechstunden an. So können sich Menschen, die aufgrund psychischer Belastungen an ihrem Arbeitsplatz Hilfe in Anspruch nehmen möchten, sich   individuell und vertraulich beraten lassen. Neben Einzelcoachings werden auch Stress- und Burnout-Präventionsmaßnahmen sowie Gruppenangebote und Schulungen angeboten. Auf diesem Wege werden Führungskräfte dafür sensibilisiert, Anzeichen seelischer Leiden zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

„Wir bieten Prävention aus einer Hand an“, erklärt Paul Weber, „durch die Verzahnung von Psychologie und Arbeitsmedizin profitieren Unternehmen von fundierten Fachkenntnissen und neustem wissenschaftlichem Knowhow. Wir schauen genau hin, wie Arbeit und Gesundheit zusammenpassen.“ Das Ziel der Helios Arbeitspsycholog:innen ist es, stabile Arbeitswelten zu etablieren, in denen Arbeitnehmer:innen gesund bleiben und die Möglichkeit erhalten, sich und ihre Potentiale optimal zu entfalten. Denn schließlich sind positive Emotionen, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit nicht nur im Privat- sondern auch im Arbeitsleben schlichtweg die besseren Wegbegleiter.